Mag.a Doris Kogelbauer

Pädagogin, Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision (integrative Gestalttherapie)

Zur Person:

Geboren 1966, seit 2009 arbeite ich als Psychotherapeutin in der Justizanstalt Gerasdorf und in freier Praxis, ich unterrichte seit 19 Jahren an einem Gymnasium mit psychosozialem Schwerpunkt, von 2000 bis 2005 war ich auch sozialpädagogisch in  einem Verein für sozial deprivierte Jugendliche (VEREIN SOWO) tätig, in dem ich seit 2009 als Therapeutin arbeite, manchmal auch ehrenamtlich, da KlientInnen, die nicht von der Jugendwohlfahrt betreut werden, weil sie zu alt sind, Psychotherapie nicht finanziert wird.

Das Projekt Limes habe ich erstmals durch meinen Kollegen Günter Wagner kennen gelernt. Überzeugt hat mich vor allem das maßgeschneiderte Rahmenkonzept und die Grundhaltung, dass Täterarbeit Opferschutz bedeutet. Seit Jänner 2012 leite ich mit ihm gemeinsam die Gruppe des Vereins Limes.

Sowohl im Kontakt mit KollegInnen als auch privat treffe ich durch meine Tätigkeit entweder auf starke Irritation oder Bewunderung, was fast das Gleiche ist. Dem begegne ich mit meinem humanistischen Weltbild: auch die Täter sind wichtig, denn ändern werden sich Verhältnisse immer nur in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit. In einer ganzheitlichen Sicht muss Achtsamkeit für Liebe und Hass, Konstruktives und Destruktives Raum haben.

Fakt ist, dass kriminelle junge Männer, auch Sexualstraftäter,  immer im Hintergrund einer schwierigen, teilweise katastrophalen Adoleszenzentwicklung beschrieben werden. Wenn auch eine Tatsache, erscheint mir dieser Fokus nicht wirklich dienlich. Mein Ansatz ist, im  „Hier und Jetzt“ zu arbeiten,  bleiben wir im Sumpf der frühkindlichen Defizite gefangen, lässt dies  wenig Raum für die Entwicklung der Ressourcen und  den Prozess. Ich halte es mir dem Gestalttherapeuten Dieter Bongers, der seit Jahren mit delinquenten Jugendlichen in der Schweiz arbeitet:

Delinquente junge Männer, gerade solche mit schweren Straftaten, brauchen zur Bewältigung ihrer Probleme eine Person, die im Kontakt bleibt, mit allem Ärger, Entsetzen und auch Mitgefühl. Ein Gegenüber, das nicht aus Erschrecken wegläuft. TherapeutInnen, die wissen, dass Konfrontation und Fürsorglichkeit ein Paar bilden…  (Dieter Bongers, in: Handbuch der Gestalttherapie, S. 903)

doris.kogelbauer@vereinlimes.at

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