Interviewbeitrag, ATV, Thema Vergewaltung

… zum Anlassfall der sexuellen Gewalt eines 14-Jährigen an einem 10-jährigen Mädchen, der Beitrag von ATV

Fachtagung in St. Pölten – Sexualdelikte

Vom Landeskriminalamt NÖ, Ermittlungsbereich Sexualdelikte, wurde zu einer eintägigen Fachtagung beim Amt der NÖ Landesregierung in St. Pölten mit externen Vortragenden zum Thema Sexualstraftaten eingeladen.

Zielgruppe waren aus allen Bezirken Niederösterreichs die Bezirkspolizeikommandanten bzw. Kriminaldienstreferenten und vor allem Polizeibeamtinnen, die mit der Befragung und dem Umgang mit Opfern von Sexualstraftaten vertraut sind.

70 Polizistinnen und Polizisten konnten bei insgesamt fünf Fachreferaten zum Tagungsthema ihr Verständnis zu der äußerst sensiblen und oftmals schwierigen Ermittlungsarbeit erweitern und ihr Wissen vertiefen.

Für die interessanten und informativen Vorträge konnten seitens der Staatsanwaltschaft St. Pölten Mag. Michaela Obenaus und vom Universitätsklinikum St. Pölten, DNA-Labor Mödling, Mag. Dr. Christa Nussbaumer gewonnen werden.
Es wurden zu dem Thema Traumatisierung von Opfern nach Sexualstraftaten von Univ.-Prof. Dr. Silke Birgitta Gahleitner der Donau-Universität Krems sowie von Mag. Peter Wanke, Leiter des Verein LIMES, über die Arbeit mit jugendlichen Sexualstraftätern informative Referate vorgetragen.
Dr. Peter Rozsa vom Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Jugendhilfe, gewährte Einblicke über die Zusammenarbeit mit der Jugend- und Sozialhilfe und den Polizeidienststellen.

Fachtagung Sexualdelikte

Bei einem gemeinsam erarbeiteten, realen Fallbeispiel konnten anher in verschiedenen Diskussionsrunden, mit den vortragenden Experten aus deren beruflicher Sicht, Fallanalysen erstellt und besprochen werden.

ORF Beitrag, Sexualstraftat

ORF Beitrag über den Verein Limes

Was tun mit jugendlichen Sexualstraftätern oder Jugendlichen, die zwar noch nicht verurteilt wurden, aber bereits mit sexuellen Grenzüberschreitungen aufgefallen sind? In Wien gibt es den Verein Limes, der ein Behandlungskonzept entwickelt hat.

Derzeit ist der Beitrag in der TV Thek abrufbar

Zum ORF Beitrag …

 

 

 

 

20 Jahre Kinder missbraucht: Täter „können sehr manipulieren“

Nachdem bekanntgeworden ist, dass ein 43-jähriger Wiener über 20 Jahre hinweg mehrere Kinder sexuell missbraucht haben soll, sucht die Polizei nun weitere Opfer. Der Mann ist in U-Haft und teilweise geständig.

Laut Polizei wurden bisher zwei, drei Opfer identifiziert, alle sind jünger als 14 Jahre.

Opfer wandte sich an Familienmitglied

Beamte des Landeskriminalamts nahmen den Mann am 7. Oktober unter dringendem Tatverdacht in seiner Wohnung fest. Den bisherigen Ermittlungen zufolge soll er seit Jahren Minderjährige missbraucht haben, sagte Keiblinger. Auf den Donaustädter waren die Ermittler gestoßen, nachdem sich eines der Opfer an ein Familienmitglied gewandt hatte, das wiederum die Exekutive verständigte. Befürchtet wird, dass der 43-Jährige rund 20 Jahre als Verbrecher aktiv war.

Verdächtiger suchte Opfer in Lobau aus

„Er hat seine Opfer im Bekanntenkreis gefunden, er ist allerdings auch schon seit mehr als einem Jahrzehnt in der Wiener Lobau unterwegs“, sagte Keiblinger. Der Mann habe dort den Großteil seiner Freizeit verbracht. Er soll den Eltern im FKK-Bereich der Lobau angeboten haben, auf deren Kinder aufzupassen. Ebenso wollte er fremden Kindern das Schwimmen beibringen. Auf diese Art dürfte er sich die Kontakte zu den Opfern verschafft haben.

Nicht immer dürfte das von Erfolg gekrönt gewesen sein. Einer Mutter beispielsweise kamen die Angebote von Haus aus merkwürdig vor. Sie wies resolut die Kontaktversuche des Mannes zurück. In einem anderen Fall soll aber eine mehrere Monate dauernde Beziehung mit der Mutter eines Opfers zustande gekommen sein.

Beschuldigter ist teilweise geständig

Im Zuge seiner Festnahme wurde in der Wohnung des Verdächtigen eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Dabei entdeckten die Beamten kinderpornografische Fotos und Videos. Auch am Arbeitsplatz des Mannes suchten die Ermittler nach Spuren. Der Beschuldigte ist teilweise geständig. Er befindet sich bereits in Untersuchungshaft. Davor war er nicht polizeilich in Erscheinung getreten, er hat keine Vorstrafen.

Psychologe: Täter „können sehr manipulieren“

„Man muss davon ausgehen, dass diese Männer sehr manipulieren können. Sie können erreichen, dass die Kinder schweigen. Schweigen entweder aus Scham oder weil sie unter Druck gesetzt werden. Oder auch, dass ihnen unter Vorspielung falscher Tatsachen am Ende das Gefühl übrig bleibt, mir glaubt sowieso keiner“, sagte der Psychotherapeut Peter Wanke, von der Kinder- und Jugendanwaltschaft gegenüber „Wien heute“.

„Er hat wahrscheinlich nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern manipuliert. So hat er sich als guter Onkel oder verlässliche Person herangetastet – und nicht gleich mit Übergriffen begonnen, sondern war zuerst sehr liebevoll mit den Kindern. Damit täuscht er den Kindern vor, dass er Zeit mit ihnen verbringt. Und die Kinder haben ja keine Idee, dass dahinter eine sexuelle Absicht steht“, so Wanke.

Laut dem Psychotherapeuten sollten Eltern hellhörig werden, wenn es um Geheimnisse geht: „Wenn Dinge gemacht werden, die nicht altersgemäß sind – also wenn Zigaretten oder Alkohol angeboten werden, um sich attraktiv zu machen und wenn es um sexuelle Handlungen geht, die vielleicht als Aufklärung verpackt werden.“

Beitrag vom Oktober 2013, weiterführende Infos ORF Wien

SOS-Kinderdorf: Sexueller Missbrauch

In einer Wiener Wohngemeinschaft soll ein Siebenjähriger von einem älteren Mitbewohner sexuell missbraucht worden sein. Laut einem Experten dürfte das kein Einzelfall sein, SOS-Kinderdorf spricht von „problematischen“ Vorfällen.

Sexuelle Gewalt unter Jugendlichen scheint ein massives Problem in einigen Wiener Kinderheimen und  Wohngemeinschaften zu sein. SOS-Kinderdorf bestätigte im Gespräch mit Ö1, dass der siebenjährige Bub in einer Wohngemeinschaft in Wien von einem 13-Jährigen sexuell missbraucht worden ist. Über ein Jahr hinweg soll es mehrmals zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. Der Siebenjährige teilte sich in der SOS-Wohngemeinschaft ein Zimmer mit dem 13-Jährigen, der selbst als Kind missbraucht worden sein dürfte.

„Problematische sexuelle Spielereien“

Nach ersten Hinweisen auf Übergriffe durch den Älteren kamen die beiden Buben in getrennte Zimmer, blieben aber in derselben Wohngemeinschaft bis es schließlich zum vermutlich schwersten Übergriff im März kam. Laut Alexander Krasser, Anwalt der Familie des Siebenjährigen, der vom Luca-Kinderschutzverein eingeschaltet wurde, handelte es sich bei dem Vorfall um Vergewaltigung. SOS-Kinderdorf-Regionalleiter Josef Lammer spricht hingegen von „problematischen sexuellen Spielereien“.

Nach der Untersuchung in einem Spital kam der Siebenjährige zurück in die SOS-Wohngemeinschaft, der 13-Jährige wurde in eine andere Jugendwohlfahrtseinrichtung in der Steiermark verlegt. Diese Trennung hätte, wie Anwalt Krasser findet, viel früher erfolgen müssen.

Übergriffe keine Seltenheit

Bei SOS-Kinderdorf und beim Jugendamt hatte man ein halbes Jahr vor dem letzten Übergriff überlegt, die Buben in getrennten Einrichtungen unterzubringen. Aber in Österreich gebe es aus Kostengründen keine therapeutischen Spezial-Wohngemeinschaften für jugendliche Missbrauchstäter, kritisiert der Jugend-Sexual-Therapeut Peter Wanke vom Verein Limes.

September 2013, weiterführender Link: ORF Wien

Weisung, was nun?

Nach einer Zuweisung durch das zuständige Gericht oder die zuständige Jugendwohlfahrt ist der Jugendliche verpflichtet, selbständig möglichst rasch mit dem Verein LIMES in Kontakt zu treten.

Dies kann telefonisch oder per E-Mail erfolgen. Hier können auch Erstauskünfte über die weiteren Schritte und die Behandlung erteilt werden.

Für weitere Informationen über den Zugang und das Behandlungsprogramm, klicken sie auf den jeweiligen Link.